Fehler


Fehler

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Feh|ler ['fe:lɐ], der; -s, -:
1.
a) etwas, was falsch ist, falsch gemacht worden ist, was von der richtigen Form abweicht:
er macht beim Schreiben viele Fehler; in dem Gewebe, dem Material sind einige Fehler (fehlerhafte, schlechte Stellen).
Zus.: Druckfehler, Konstruktionsfehler, Schreibfehler.
b) irrtümliche Entscheidung, Maßnahme; falsches Verhalten:
einen Fehler begehen, machen; einen Fehler wiedergutmachen; es war ein Fehler (es war falsch), so schnell zu handeln.
Syn.: Ausrutscher (ugs.), Fauxpas (bildungsspr.), Fehlgriff, Irrtum, Missverständnis, Schnitzer (ugs.), Versehen.
Zus.: Bedienungsfehler, Denkfehler, Fahrfehler, Übersetzungsfehler, Webfehler.
2. schlechte Eigenschaft:
er hat viele Fehler und Eigenarten.
Syn.: Defizit, Mangel, Nachteil, Schattenseite.
Zus.: Charakterfehler.

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Feh|ler 〈m. 3
1. Abweichung vom Richtigen, Unrichtigkeit, Verstoß gegen Regeln
2. Abweichung eines Messergebnisses von dem „wahren“ Wert der gemessenen Größe
3. charakterl. Mangel, Schwäche, Unzulänglichkeit (Charakter\Fehler)
● seine \Fehler ablegen, bekämpfen, kennen, einsehen, wiedergutmachen; einen \Fehler beheben; in die Rechnung hat sich ein \Fehler eingeschlichen; einen \Fehler einräumen; einen \Fehler im Satz finden, korrigieren, übersehen, verbessern; jeder hat seine \Fehler; ihr unterlief ein \Fehler ● ein angeborener, organischer \Fehler 〈Med.〉; du machst immer wieder denselben \Fehler; ein grammatischer, orthografischer, syntaktischer \Fehler; ein dummer, grober, kleiner, leichter, schwerer, verhängnisvoller \Fehler; das ist nicht mein \Fehler daran bin ich nicht schuld; dieser \Fehler ist unverzeihlich; sie hat leider viele \Fehler; ein verbreiteter, häufiger \Fehler ● in einen \Fehler verfallen; ein \Fehler im Material; kein Mensch ist ohne \Fehler [→ fehlen]

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Feh|ler , der; -s, - [um 1500 in der Bed. »Fehlschuss«]:
1.
a) etw., was falsch ist, vom Richtigen abweicht; Unrichtigkeit:
ein grober, schwerer, [ganz] dummer, folgenschwerer F.;
grammatische, stilistische F.;
F. korrigieren;
sie hat im Diktat 10 F.;
(Sport:) der Schiedsrichter entschied, erkannte auf F.;
b) irrtümliche Entscheidung, Maßnahme; Fehlgriff:
einen F. begehen, machen;
das war mein F. (meine Schuld);
es war ein F. (es war falsch), dass wir fortgegangen sind.
2.
a) schlechte Eigenschaft, Mangel:
charakterliche, körperliche F. haben;
sein F. ist, dass er zu viel trinkt;
b) Stelle an einer hergestellten Ware, die nicht so ist, wie sie sein müsste:
Textilien, Porzellan mit kleinen -n.

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I
Fehler,
 
Fehler im engeren (psychischen) Sinne entstehen durch den Ausfall oder die Schwächung einer oder mehrerer der drei Leistungsfunktionen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Denken.
II
Fehler,
 
In der Statistik treten Fehler auf, wenn die Nullhypothese entweder fälschlicherweise verworfen (Alphafehler oder Fehler erster Art) oder zu Unrecht akzeptiert wird (Betafehler oder Fehler zweiter Art).
III
Fehler
 
[engl. error, fault], eine Diskrepanz zwischen den wahren, festgelegten bzw. theoretisch korrekten Werten, Bedingungen und Vorgängen einerseits und den berechneten, eingegebenen oder beobachteten Werten, Bedingungen und Vorgängen im Rechner andererseits. Daneben gibt es Systemstörungen oder Abweichungen vom Sollzustand eines Geräts (z. B. bei einem Drucker Papierstau, entleerte Tintenpatrone, fehlendes Papier o. Ä.), die zwar nicht von der obigen Definition erfasst werden, aber trotzdem auch als Fehler bezeichnet werden. Je nach Schwere eines Fehlers führt ein Fehler zum Systemausfall (fataler Fehler), zu schwerer, deutlicher oder geringer Funktionsbeeinträchtigung (kritischer Fehler, Hauptfehler, Nebenfehler) oder ein Fehler äußert sich überhaupt nicht (belangloser Fehler). Die Auslegung eines Systems auf Fehlertoleranz, z. B. durch Schaffung von Redundanz, begünstigt das unbeeinträchtigte Ablaufen eines fehlerhaften Programms. Aus historischen Gründen wird ein Fehler oft Bug genannt.
 
Fehler treten sowohl bei Hardware (z. B. Fertigungsfehler, Ausfall von Geräteteilen, elektromagnetische Störungen) als auch bei Software (z. B. Programmierfehler, Gerätekonflikt, falsche Einstellungen im BIOS) auf. Fehler werden beseitigt durch den Austausch von Komponenten, Eingriffe in die Software oder eine automatische Fehlerkorrektur.
 
Ein Fehler ist zu unterscheiden vom daraus resultierenden Fehlverhalten (z. B. Systemabsturz). Zur Korrektur eines Fehlers ist daher zunächst eine Fehleranalyse nötig, welche die wahre Ursache des Fehlverhaltens ermittelt.
 
Bei der Datenübertragung wird mithilfe von Prüfbits nach Übertragungsfehlern gesucht. Bei einer automatischen Fehlerkorrektur erfolgt dies durch die Übertragung per Fehlerkorrekturcode.
 
Bei der Programmierung unterscheidet man zwischen syntaktischen, semantischen und logischen Fehlern:
 
- Ein Syntaxfehler verstößt gegen die Grammatik (Syntax) der Programmiersprache und wird in der Regel von einem Compiler erkannt und lokalisiert.
 
- Bei semantischen Fehlern ordnet ein Programmierer einem Sachverhalt einen falschen Wert oder eine falsche Anweisung zu (Semantik, z. B. Datentypverletzung, d. h. die Verwendung eines falschen Datentyps, oder nicht korrektes Einsetzen eines Operators).
 
- Bei logischen Fehlern stimmt der tatsächliche Ablauf eines Algorithmus nicht mit dem gedachten überein (wenn z. B. eine Schleife zehnmal statt elfmal durchlaufen wird).
 
Da logische Fehler oft die Ablauffähigkeit eines Programms nicht beeinträchtigen, sind sie nur schwer zu finden; kaum ein Programm wird völlig frei von logischen Fehlern auf den Markt gebracht. Mit einem Debugger wird das Aufspüren und Beseitigen derartiger Fehler erleichtert.

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Feh|ler, der; -s, - [um 1500 in der Bed. „Fehlschuss“]: 1. a) etw., was falsch ist, vom Richtigen abweicht; Unrichtigkeit: ein grober, schwerer, leichter, [ganz] dummer, verhängnisvoller, folgenschwerer F.; grammatische, stilistische F.; in die Rechnung hat sich ein F. eingeschlichen; Vor Gericht muss dem Chirurgen der F. bewiesen werden (Hackethal, Schneide 37); F. korrigieren; sie hat im Diktat 10 F.; (Sport:) der Schiedsrichter entschied, erkannte auf F.; F. werden in der Bundesliga gnadenlos bestraft (Kicker 6, 1982, 37); b) irrtümliche Entscheidung, Maßnahme; Fehlgriff: einen F. begehen, machen; das Bedauern, F. in der Erziehung der Kinder gemacht zu haben (Schreiber, Krise 144); Hoffentlich machste da kein' F., sagte Dobruska (Schädlich, Nähe 90); es war ein F. (es war falsch), dass wir fortgegangen sind; das war mein F. (meine Schuld). 2. a) schlechte Eigenschaft, Mangel: charakterliche, körperliche F. haben; ihr F. ist, dass sie zu viel isst; der F. (Nachteil) bei der Sache liegt darin, dass ...; b) Stelle an einer hergestellten Ware, die nicht so ist, wie sie sein müsste: Textilien, Porzellan mit kleinen -n.

Universal-Lexikon. 2012.

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